Joggen mit Übergewicht: 7 Tipps, mit denen du beschwerdefrei läufst
Du wiegst 80 kg oder mehr und fragst dich, ob Joggen überhaupt das Richtige für dich ist? Vielleicht kennst du das Gefühl: Knieschmerzen nach dem Lauf, schwere Beine oder ein Ziehen in den Schienbeinen, das einfach nicht weggehen will. Das hat oft weniger mit deinem Gewicht zu tun als mit der Art, wie du trainierst. Joggen mit Übergewicht funktioniert, wenn du ein paar wichtige Dinge beachtest. In diesem Artikel zeige ich dir 7 konkrete Tipps, mit denen du deine Gelenke schonst, Verletzungen vermeidest und wirklich langfristig Spaß am Laufen bekommst.
Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten
Inhalt des Artikels
- Warum Läufer über 80 kg oft Probleme haben
- Tipp 1: Die richtigen Laufschuhe finden
- Tipp 2: Auf die Lauftechnik achten
- Tipp 3: Den Untergrund clever wählen
- Tipp 4: Das Training richtig dosieren
- Tipp 5: Regelmäßiges Krafttraining einbauen
- Tipp 6: Regeneration ernst nehmen
- Tipp 7: Auf den eigenen Körper hören
- Die Nr. 1 Regel – was wirklich zählt
- Fazit
- Wie ist das bei dir?
Warum Läufer über 80 kg oft Probleme haben
Als Lauftrainer spreche ich regelmäßig mit Menschen, die beim Laufen Probleme haben. Und ein bestimmtes Muster taucht immer wieder auf. Läufer, die 80 kg oder mehr wiegen, berichten besonders häufig von Knieschmerzen, Schmerzen in den Füßen, Schienbeinen oder im Rücken.
Das ist keine Kritik und kein Werturteil. Es geht hier nicht um „zu dick“ oder „zu schwer“. Ein großer, muskulöser Mensch wiegt auch viel. Der Punkt ist einfach: Mehr Körpergewicht bedeutet beim Laufen mehr Belastung für Gelenke, Sehnen und Muskulatur. Und genau das muss man beim Training berücksichtigen.
Die gute Nachricht: Mit den richtigen Maßnahmen kannst du diese Belastung deutlich reduzieren und beschwerdefrei laufen.
Tipp 1: Die richtigen Laufschuhe finden
Passende Laufschuhe sind für jeden Läufer wichtig. Aber wenn du mehr wiegst, ist die Wahl noch entscheidender. Jetzt könnte ich dir sagen: „Kauf Neutralschuhe“ oder „Du brauchst maximale Dämpfung.“ Mache ich aber nicht. Denn wir sind alle unterschiedlich.
Was ich dir stattdessen empfehle: Geh in ein Laufsportfachgeschäft. Ein Laden, der sich wirklich auf das Laufen spezialisiert hat. Lass dich dort auf dem Laufband analysieren und von einem Berater begleiten. Probier verschiedene Modelle aus. Was für den einen perfekt ist, ist für den anderen falsch.
Merksatz: Der beste Laufschuh ist der, der zu deinem Fuß und deinem Laufstil passt – nicht der teuerste.
Tipp 2: Auf die Lauftechnik achten
Lauftechnik klingt erstmal nach Profikram. Ist es aber nicht. Und sie macht einen riesigen Unterschied, ob du nach dem Laufen Schmerzen hast oder nicht. Hier sind vier Punkte, die du direkt umsetzen kannst:
1. Kleine Schritte statt große Sprünge: Viele Läufer neigen dazu, mit weit ausholenden Schritten zu laufen. Kleinere, häufigere Schritte sind effizienter und schonen die Gelenke.
2. Arme aktiv mitschwingen lassen: Die Arme sind beim Laufen kein Dekor. Sie helfen beim Rhythmus und entlasten den Rest des Körpers.
3. Mittelfuß statt Ferse: Wer mit der Ferse aufkommt, erzeugt einen harten Aufprall, der sich direkt durch den Körper zieht. Mittelfuß bedeutet: Die Kraft verteilt sich gleichmäßiger.
4. Aufrecht laufen: Ein stabiler Oberkörper, der nicht nach vorne einknickt, schützt vor Rückenproblemen und macht dich effizienter.
Hier findest du ein passendes YouTube-Video von mir zum Thema Fußaufsatz: Richtiger Fußaufsatz beim Joggen | 3 Tipps
Tipp 3: Den Untergrund clever wählen
Jetzt sagst du vielleicht: „Dann laufe ich einfach nur auf weichen Untergründen.“ Klingt logisch, ist aber nicht unbedingt die beste Strategie. Jeder Untergrund hat Vor- und Nachteile:
Asphalt ist stabil und gleichmäßig, ideal für einen sauberen Laufstil. Nachteil: Die Stoßbelastung ist höher. Ich selbst laufe übrigens sehr gerne auf Asphalt. Und meine Knie danken es mir trotzdem.
Waldwege absorbieren Stöße besser und sind gelenkschonend. Aber: Wurzeln und nasser Boden erhöhen das Sturzrisiko.
Tartanbahn federt toll und ist gleichmäßig. Super für Technikarbeit oder Intervalle. Auf Dauer kann es aber eintönig werden.
Wiese und Sand stärken Fuß- und Wadenmuskulatur, bedeuten aber auch mehr Kraftaufwand und ein höheres Umknickrisiko.
Das Fazit: Kein Untergrund ist perfekt. Der Mix macht’s. Wenn du abwechselnd auf verschiedenen Untergründen läufst, gibst du deinem Körper Vielfalt. Und das tut ihm gut.
Tipp 4: Das Training richtig dosieren
Genau hier machen die meisten Laufanfänger den größten Fehler. Du startest, es macht Spaß, du willst mehr. Und plötzlich bist du fünfmal die Woche unterwegs und wunderst dich, warum der Körper streikt.
Drei Laufeinheiten pro Woche sind ein solider Start. Mindestens ein Ruhetag zwischen den Läufen. Und bitte: nicht zu schnell laufen. Gerade wenn du mit Übergewicht joggst, ist ein langsames, gleichmäßiges Tempo das Beste für deinen Körper. Du solltest dich noch locker unterhalten können. Das ist kein Zeichen dafür, dass du zu langsam bist. Das ist genau richtig.
Eine vierte Einheit ist erst sinnvoll, wenn der Körper sich an drei gut angepasst hat.
Wenn das für dich Sinn ergibt, schau gerne mal in der runnersflow Academy vorbei. Da geht es neben der richtigen Dosis auch um Motivation und den Austausch in der Gruppe. Wir sind ein bunter, großartiger Haufen und tauschen uns dort regelmäßig aus.
Tipp 5: Regelmäßiges Krafttraining einbauen
Viele Läufer vernachlässigen das Krafttraining und bezahlen es irgendwann mit Verletzungen. Dabei ist es gerade bei höherem Körpergewicht besonders wichtig. Starke Muskeln schützen die Gelenke, verbessern deine Lauftechnik und machen dich langfristig stabiler.
Einmal pro Woche ist das Minimum. Zweimal ist besser und dann auch gerne kürzer. So trainierst du jede Muskelgruppe zweimal pro Woche, was deutlich effektiver ist. Besonderes Augenmerk: die Körpermitte. Ein stabiler Core ist beim Laufen Gold wert.
Du brauchst dafür kein Fitnessstudio. Übungen mit dem eigenen Körpergewicht reichen völlig.
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Tipp 6: Regeneration ernst nehmen
Wer mehr wiegt, setzt Gelenke, Muskeln und Sehnen beim Laufen einer höheren Belastung aus. Das ist keine schlechte Nachricht. Es bedeutet nur, dass Regeneration für dich besonders wichtig ist.
Was wirklich hilft:
- Ausreichend Schlaf – hier passiert der eigentliche Fortschritt
- Gesunde Ernährung – dein Körper braucht Bausteine zum Reparieren
- Aktive Erholung – kein Ruhetag auf der Couch, sondern ein Spaziergang oder ein lockeres Schwimmen
- Faszientraining – sorgt für geschmeidige Muskulatur
Und noch was: Zwischen deinen Läufen sollte immer mindestens ein Tag Pause liegen. Das gilt für Anfänger genauso wie für erfahrene Läufer.
Tipp 7: Auf den eigenen Körper hören
Das sage ich in meinen Videos immer wieder, weil es so wichtig ist.
Gelegentliches, leichtes Unwohlsein beim Laufen ist nicht ungewöhnlich. Stechende oder anhaltende Schmerzen sind problematisch. Die sind Warnsignale, die du ernst nehmen solltest.
Genauso beim Thema Erschöpfung: Nach einem langen Lauf platt zu sein und kurz auf der Couch zu liegen? Völlig okay. Chronische Müdigkeit, Leistungseinbrüche, Schlafprobleme? Das ist kein normales Training mehr. Das ist Übertraining.
Auch psychische Signale zählen: Wenn die Motivation fehlt, du gereizt bist oder keine Lust mehr hast, dann ist eine Pause kein Versagen. Dann ist eine Pause das Richtige.
Die Nr. 1 Regel – was wirklich zählt
Du hast jetzt sieben Tipps gelesen. Welcher ist der wichtigste?
Alle sieben zusammen.
Ich könnte es mir einfach machen und sagen: „Kauf die richtigen Schuhe, fertig.“ Das wäre aber Quatsch. Beim Laufen mit Übergewicht kommt es nicht auf eine magische Zutat an, sondern auf das Zusammenspiel. Technik, Schuhe, Untergrund, Trainingssteuerung, Kraft, Regeneration, Körpergefühl. Das alles greift ineinander.
Und das Schöne: Du musst das nicht alles auf einmal perfekt machen. Such dir die zwei oder drei Punkte raus, bei denen du am meisten Verbesserungspotenzial siehst. Setz sie um. Und wenn das sitzt, nimmst du dir den nächsten vor. Schritt für Schritt beschwerdefreier werden. Das ist das Ziel.
Fazit
Joggen mit Übergewicht ist möglich. Und es kann verdammt viel Spaß machen. Du musst nur wissen, wie. Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Lass dich im Fachgeschäft beraten und finde den passenden Laufschuh
- Achte auf Lauftechnik: kleine Schritte, Mittelfuß, aufrechter Oberkörper
- Variiere den Untergrund – kein Mix ist perfekt, aber der Mix macht’s
- Drei Laufeinheiten pro Woche, langsam und gleichmäßig
- Einmal bis zweimal pro Woche Krafttraining, besonders die Körpermitte
- Regeneration ist kein Luxus, sondern Teil des Trainings
- Schmerzen ernst nehmen – dein Körper redet mit dir
Du bist auf dem richtigen Weg. Jeder Schritt zählt.
Wie ist das bei dir?
Merkst du, dass dein Gewicht dein Lauftraining beeinflusst. Und wenn ja, wie? Schreib’s mir gerne in die Kommentare. Ich bin gespannt auf deine Geschichte.
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