Ein Running Club hat vor Kurzem auf seiner Website geschrieben: Wer nicht schnell genug läuft, darf nicht bei uns mitmachen. Ich musste den Satz zweimal lesen. Und dann kam mir eine echt unbequeme Frage. Seit wann entscheidet eine Pace, ob du dazugehörst?
Ich bin über eine Reportage gestolpert, die sich genau mit solchen Running Clubs beschäftigt hat, und ich komme seitdem nicht mehr davon los. Läufer, die sich gegenseitig nach Tempo einsortieren. Communities, die eine Mindestgeschwindigkeit verlangen, bevor du überhaupt willkommen bist. Wie schnell joggen für dich richtig ist, hat plötzlich nichts mehr mit dir selbst zu tun, sondern mit einer Zahl, die sich irgendwer ausgedacht hat.
Ich kenne diesen leisen Druck selbst. Noch ein bisschen zügiger unterwegs sein zu müssen, um mitzuhalten. Klingt harmlos, ist es aber nicht. Wenn du dein Tempo nicht mehr für dich läufst, sondern für andere, verlierst du irgendwann genau das, was Laufen eigentlich ausmacht. Den Kopf frei bekommen, dich gut fühlen und einfach da sein, ohne dich beweisen zu müssen.
Vielleicht kennst du das. Dieses Gefühl, nicht ganz mitzuhalten, obwohl du eigentlich einfach nur laufen wolltest. Genau da setzt das Video an. Nicht bei höher, schneller, weiter, sondern bei der Frage, was dich eigentlich in 10, 20 oder 30 Jahren noch laufen lässt. Spoiler: Es ist nicht die Pace.
Wenn du dich selbst schon mal dabei ertappt hast, dein Tempo an anderen zu messen statt an dir, dann bist du hier genau richtig. Ich erzähl dir, warum die Antwort auf die Frage, wie schnell joggen für dich sein sollte, viel öfter „so wie es sich gut anfühlt“ lauten müsste, als du vielleicht denkst.



