Ich trainiere gerade bewusst weniger. Kein großer Plan dahinter, kein neues Ziel. Einfach mal runter vom Gas. Klingt komisch aus meinem Mund, ich weiß.
Die letzten neun Monate war bei mir ehrlich gesagt ziemlich viel los. Halbmarathon, Marathon, eine Radtour über 700 Kilometer, dazu noch ein Megamarsch über 50 Km. Alles Dinge, die ich mir selbst ausgesucht habe. Alles Dinge, die richtig Spaß gemacht haben, auch wenn es phasenweise ein Kampf war. Aber irgendwann merkst du: Dauerhaft Vollgas geht nicht. Und ich glaube, das ist eine Erkenntnis, die viele von uns immer wieder verdrängen.
Deshalb lege ich gerade eine Art Trainingspause ein. oder besser gesagt: Ich trete kürzer. Das hat sich einfach so ergeben, weil mir gerade andere Dinge wichtiger sind. Der Sommer, Zeit mit der Familie, ein Nachmittag im Landschaftspark Duisburg-Nord statt auf der Laufstrecke. Und ganz ehrlich: Das ist okay. Es bricht keine Welt zusammen, nur weil eine Einheit mal ausfällt. Ich merke, wie schnell man sich selbst unter Druck setzt, wenn man mitten in einer Community steckt, die ums Laufen kreist.
Als würde eine ausgelassene Einheit gleich bedeuten, dass man nicht diszipliniert genug ist oder nicht ernsthaft genug dabei ist. Ist es aber nicht. Wir sind hier keine Profiathleten. Wir laufen, weil es unser Hobby ist, nicht unser Job. Und ein Hobby darf sich auch mal wie eine Pause anfühlen und nicht wie eine zusätzliche Verpflichtung.
Im Video erzähle ich dir, wie die letzten Monate bei mir aussahen, warum ich mich gerade für weniger statt mehr entscheide und was das Ganze mit meinen Blutwerten zu tun hat, die ich vor Kurzem habe checken lassen.
Wenn du dich gerade fragst, ob eine Trainingspause bei dir auch mal dran wäre, oder ob du dir wegen weniger Kilometern ein schlechtes Gewissen machst: Schau rein. Vielleicht erkennst du dich in der ein oder anderen Situation wieder, und vielleicht hilft dir mein Blick auf die Sache auch ein Stück weiter.



