13 Jahre laufen. Wenn ich diese Zahl laut ausspreche, kriege ich selbst noch eine Gänsehaut. Und ehrlich? Ich würde heute vieles anders angehen.
Damals war alles neu, alles aufregend, alles ein bisschen zu viel. Ich wollte abnehmen, hab’s geschafft und dann war ich angefixt. Kilometer geballert, Wettkämpfe gesammelt wie andere Briefmarken, immer schneller, immer mehr. Lissabon, Amsterdam, Rotterdam, Berlin. Mein Medaillenschrank kann ein Lied davon singen. Aber irgendwann hat mein Körper Stopp gesagt. Läuferknie, sechs Monate Pause, eine ziemlich bittere Lektion.
Kennst du das Gefühl, wenn du gerade erst mit dem Laufen anfangen willst und am liebsten sofort durchstarten würdest? Genau da war ich auch. Nur hat mir keiner gesagt, dass Geduld am Ende schneller ans Ziel bringt als jedes Tempo-Training in Woche zwei. Diese FOMO, dieses ständige Gefühl, noch mehr machen zu müssen hat mich Jahre gekostet, die ich mir auch hätte sparen können.
Aus dem Hobby wurde ein Beruf, aus dem Beruf ein Stück Identität. Zwischen 4:30-Uhr-Trainings vor der eigentlichen Arbeit und der Kündigung mitten in Corona liegt eine Geschichte, die ich manchmal selbst nicht glauben kann. Und seit unsere Tochter da ist, läuft bei mir vieles ruhiger. Weniger Wettkämpfe, mehr Substanz. Ich muss nicht mehr auf jeder Hochzeit tanzen.
Im Video nehm ich dich mit durch 13 Jahre voller Fehler, Erkenntnisse und ein paar echt unbequeme Wahrheiten. Wenn du selbst gerade überlegst, mit dem Laufen anfangen zu wollen, oder schon länger dabei bist und dich fragst, warum sich manches immer noch zäh anfühlt: Diese Reise gibt dir vielleicht ein paar Antworten, die ich mir damals selbst gewünscht hätte.



