Manchmal läuft es nicht nach Plan. Manchmal läuft es buchstäblich gar nicht.
Zwei Wochen vor dem Düsseldorf-Marathon und ich sitze in Kreta, erzähle dir von einem abgebrochenen Long Run, einer Verletzung, die ich ignoriert habe und einem Kopf, der gerade ziemlich voll ist.
Ja, ich bin der Typ, der dir seit Jahren sagt: Hör auf deinen Körper. Mach keine Dummheiten im Intervalltraining. Eine Marathonvorbereitung ist nur so gut wie die Entscheidungen, die du darin triffst. Und ja, ich habe genau das nicht gemacht. Ich bin im Intervall zu schnell gelaufen, habe es gespürt, hab’s ignoriert und bin dann beim Long Run bei Kilometer 16 irgendwo zwischen Düsseldorf und Krefeld stehen geblieben (nicht, weil ich wollte).
Das kenne ich von vielen Läuferinnen und Läufern. Und ich kenne es jetzt wieder aus eigener Erfahrung: dieses Moment, wo du weißt, dass es nicht gut ist, du aber noch zehn Minuten weitermachst, weil du es dir nicht eingestehen willst. Ich habe mir’s dann eingestanden. Hat sich nicht schön angefühlt.
Was danach kam: Physio, Radfahren, Rudern, kein Laufen. Eine Woche Zwangsurlaub vom Laufen, bevor dann der echte Urlaub kam. Und die große Frage, die mich seitdem täglich beschäftigt: Stehe ich in zwei Wochen an der Startlinie in Düsseldorf?
Ich weiß es nicht. Wirklich nicht. Mein Ziel war mal 4:05 Std. Mittlerweile denke ich nur noch: ankommen – ohne Schmerzen. Das wäre gut.
Was ich dir in diesem Video zeige, ist keine perfekte Marathonvorbereitung. Es ist das Gegenteil davon. Es ist ein ehrliches Statusupdate von jemandem, der gerade durch alle Höhen und Tiefen geht, die diese letzten Wochen vor einem Marathon so mitbringen können. Verletzung, Frust, Unsicherheit und trotzdem irgendwie noch Vorfreude.
Wenn du das kennst, schau rein.



